Reisebericht: Lago Atitlán in Guatemala

Lago Atitlan in Guatemala

Der Vulkansee Lago Atitlán in Guatemala, umgeben von drei Vulkanen, bietet nicht nur mächtige Ausblicke, sondern lädt auch zum Entspannen und Entschleunigen ein. Von Panajachel übergesetzt, kommen wir in einem der kleinen Dörfer am Rande des Atitlán-Sees an – San Pedro La Laguna.


Lago Atitlán in Guatemala: Ankunft wie aus dem Bilderbuch

Wir sind in Panajachel angekommen, als die Sonne mit sinken anfing. Unser Boot Richtung San Pedro La Laguna ließ nicht lange auf sich warten und legte ab. Der Himmel über dem Atitlán See färbte sich in den wunderschönsten rot- und lila-Tönen. Die Überfahrt, umgeben von drei Vulkanen, gestaltete sich so als ein einziges Farbspektakel.

Lago Atitlán: Unsere Unterkunft aus dem Lonely Planet Reiseführer

Wir haben uns ganz klassisch im Reiseführer über die Unterkünfte am Lago Atitlán schlau gemacht und sind auf das Zoola Hostel gestoßen. Das Zoola Hostel bietet ein angenehmes Flair, einen Pool mit wunderbarer Aussicht über den Atitlán See und das hostel-eigene Restaurant hat hippe Speisen im Angebot.

Leider aber hatten wir Pech mit unserem Zimmer und mussten den Lago Atitlán mit Bed Bugs verlassen. Weil die vielen guten Bewertungen online aber für sich sprechen, war das hoffentlich ein unglücklicher Einzelfall. Dennoch gibt es am Lago Atitlán und dessen Dörfer noch einige weitere tolle Hostels oder Hotels!

Die Dörfer des Lago Atitláns

Der Lago Atitlán ist umgeben von einigen Dörfern. Die bekanntesten und touristisch erschlossensten sind aber San Pedro La Laguna und San Marcos La Laguna. In San Pedro findet man die Backpacker-Szene wieder – Entsprechend aufgestellt ist die Gastronomie: Hier finden wir zahlreiche Cafés, Restaurants und Bars.

San Marcos dagegen ist das „Hippie“-Dorf des Lago Atitláns. Hier findet man jene wieder, die ihre Zeit am Lago Atitlán eher dem Yoga und der Spiritualität widmen.

„Indian Nose“ Tour – Die Sunrise Tour des Lago Atitlán

Wir stehen um 3 Uhr in der Nacht auf, um mit einem Chicken Bus Richtung Hinterland zu fahren und haben dort einen 30-minütigen Fußmarsch vor uns. Dieser führt uns an einen Aussichtspunkt, von dem wir einen Ausblick über den gesamten Atitlán See genießen dürfen. Wir sehen die Sonne langsam aufgehen und sich zwischen den Vulkan erheben, ehe unser Weg uns wieder zurück Richtung San Pedro führt. Die weiteren Tage verbringen wir mit Kayak fahren auf dem Atitlán See und zur Ruhe kommen. Anschließend führt uns unsere Reise weiter nach Antigua.


Du willst noch mehr von Guatemala erfahren? Dann lies dir unsere weiteren Berichte über unsere Backpacking-Zeit in Guatemala durch!

Der Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala – Nichts für schwache Nerven

Grenübergang von Mexiko nach Guatemal

Solltet auch ihr eine Backpacking Reise nach Mexiko und Guatemala planen, dürfte unsere Geschichte die ein oder andere Lehre sein – was – und vor allem was NICHT bei einem Grenzübergang in Mittelamerika zu tun ist.


Es ist Anfang Februar 2016. Nach genau vier Wochen in Mexiko beschließen wir uns weiterzuziehen und das nächste, das zweite Land unserer Reise in Angriff zu nehmen – Guatemala.
Die meisten Backpacker überqueren die Grenze von Mexiko im Osten des Landes und gehen von dort aus weiter nach Belize, ehe sie nach Guatemala reisen. Durch unsere Route bedingt, haben wir uns aber für den westlichsten Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala entschieden – Tapachula.

Grenzübergang Mexiko – Guatemala: In Tapachula angekommen

Ehe wir die Grenze zu Guatemala erreichen, erwartet uns noch eine etwa 12-stündige Busfahrt von Oaxaca. Und so kommen wir früh morgens am Busterminal in Tapachula, der Grenzstadt von Mexiko, an. Hier werden wir direkt von einem Taxifahrer abgefangen.

Der Taxifahrer bringt uns an die Grenze. Tatsächlich sehen wir hier wenige (oder besser gesagt gar keine?) anderen Reisenden. Wir sehen lediglich viele Mexikaner, wie sie an Hauswänden lehnend klischeehaft wie im Western in der öden und trockenen Umgebung dieses mexikanischen Grenzübergangs stehen und warten, bis etwas passiert.

Der Taxifahrer lässt uns an dieser Stelle aussteigen. Unmittelbar darauf werden wir von etwa sechs mexikanischen Männern umzingelt, die sich fast darum reißen, unsere Backpacks aus dem Kofferraum des Taxis zu nehmen. Und dann ging alles ganz schnell:
Wir marschierten den jungen Männern, die im Besitz unserer Backpacks waren, hinterher, noch nicht ahnend, in welch Odysee wir uns hier begeben haben.

Anmerkung: Dieser Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala war unser erster Grenzübergang in Mittelamerika. An dieser schlechten Erfahrung sind wir natürlich mitunter selbst schuld: Übermüdet, überfordert und keine Erfahrung, wie sich Grenzübergänge in Mittelamerika abspielen. 

Der Grenzübergang Mexiko – Guatemala: Dreistigkeit siegt

Wir haben keine Chance, unsere Rucksäcke zurückzuerhalten. Dafür sind uns die Männer immer einige Schritte voraus. Sie leisten uns nicht angefragten Service, bringen uns zu den (schlecht ausgeschilderten) Schalter für die Ausreise aus Mexiko und schließlich zum Schalter für die Einreise nach Guatemala.
Zwischen dem Ausreise- und Einreiseschalter lagen ein paar hundert Meter, in denen uns sogar unsere Reisepässe enthändigt wurden. Beim Einreiseschalter angekommen, reißen wir ihnen unsere Reisepässe ärgerlich aus der Hand.

Der Grenzübergang Mexiko – Guatemala: Auf der guatemaltekischen Seite angekommen

Endlich haben wir die Einreise nach Guatemala geschafft. Nun stehen wir da, allerdings ohne Rucksäcke. Einer der Männer hat uns dann zu einem Parkplatz geführt, bei dem die Männer mit den Rucksäcken auf uns an einem Taxi warteten. Sie wollten Geld für ihre ‚Hilfe‘ und würden uns nicht weiterfahren lassen, ehe wir ihnen das Geld geben. Zwei für das Tragen der Rucksäcke, einer für das Führen zu den Schaltern und der, der unsere Reisepässe zwischenzeitlich hatte, auch dafür. Ich murmelte ein paar böse Worte in meinem A1 Spanisch. Ein Mexikaner weiste mich zurecht, indem er mir nur „Tranquilo, tranquilo“ entgegnete. Letztlich hatten wir keine andere Wahl, diesen Männern das geforderte Geld zu geben, um den Grenzübergang zwischen Mexiko und Guatemala verlassen zu können.

Und so kamen wir, jeder mit etwa 45€ und ein paar Nerven weniger in der Tasche und insgesamt über 18 h Fahrt, in unserem ersten Stopp in Guatemala an – Xela.

Die Moral von der Geschicht‘:

  • Gib deine Sachen nie aus der Hand – bzw. fordere sie sofort und verbissen zurück, sobald sie jemand zu sich nehmen sollte.
  • Sag NEIN, wenn dir jemand ungefragt Hilfe anbietet und bleibe beharrlich.
  • Und solltest auch du mal in diese (oder eine ähnliche Situation kommen): Zahle das Geld –  diskutieren bringt nichts und danach lassen sie dich weiterziehen. Eine Auseinandersetzung mit mexikanischen Chicos sollte sicherlich lieber vermieden werden.

Anmerkung II: Nein, nicht alle Grenzübergänge in Mittelamerika sind von diesem Kaliber. Tatsächlich hatten wir nur bei dieser Grenze nach Guatemala Probleme. Andere Grenzen wiederum waren super strukturiert und organisiert mit Polizei/Sicherheitskräften vor Ort. 

Antigua in Guatemala – Kopfsteinpflaster, Street Food und Vulkane

Arco de Santa Catalina in Antigua Guatemala

Antigua, die auf 1500 m. ü. M. gelegene Kleinstadt in Guatemala, gehört zweifellos zu den beliebtesten Touristenzielen in Guatemala. Und das zurecht: Die Stadt bietet nicht nur tolle Kolonialarchitektur, sie ist auch der perfekte Startpunkt für Touren und Abenteuer in der Umgebung.

Was von Antigua besonders in Erinnerung bleibt, sind die gepflasterten Straßen und die alten, zum Teil baufälligen Hauswände. Die Guatemalteken treffen sich am Plaza Mayor und beobachten das Treiben der kleinen Stadt. Und so sind auch wir durch die Straßen Antiguas geschlendert.


Antigua in Guatemala – Der Tourismus ist längst angekommen

Wir verbringen unzählige Stunden auf Antiguas Märkten, dem Second Hand Markt und auf den Straßen. Der Tourismus in Antigua, das unweit von Guatemalas Hauptstadt Guatemala City liegt, ist längst angekommen – entsprechend ist die Gastronomie gut aufgestellt – hier findet man jede Menge Restaurants und Kneipen. Und auch die großen Ketten haben ihren Weg nach Antigua bereits gefunden. Burger King, Subway & Co. sind nicht die ersten Marken, die man in einem vergleichsweise armen Land wie Guatemala erwartet, tatsächlich findet man sie hier aber an einigen Ecken.

Straßenmusiker in den Straßen von Antigua in Guatemala

Wir essen lieber Street Food. Diese Märkte sind an allerlei Ecken auf den Straßen zu finden, auf denen man für sehr wenig Geld super frisches Essen bekommt. Unser leckeres Street Food haben wir täglich neben der Iglesia La Merced, mitten in der Stadt in unmittelbarer Nähe des Arco de Santa Catalina, gefunden und verspeist. Für etwa 2 Euro bekommen wir hier eine riesen Portion frisch gegrilltem Fleisch im Baguette, mit frischer Guacamole und weiterem Gemüse serviert.

Untergekommen sind wir im Big Foot Hostel, von dem es drei Stück in ganz Mittelamerika gibt. Die beiden anderen sind in Nicaragua zu finden – das in Antigua war aber mit Abstand das Beste. Tolle Mitarbeiter, leckeres Essen, sehr sehr gemütlich und super Stimmung!

Viele Reisende nutzen in Antigua auch das breite Angebot von Spanischkursen, welche die Unterkunft und Verpflegung bei einer guatemaltekischen Familie beinhalten.

La Antigua in Guatemala – Kleinstadt in unvergesslicher Szenerie

Hauswände in La Antigua in Guatemala

Antiguas Lage, in nächster Nähe zu den drei Vulkanen Fuego, Agua und Acatenango, bietet mächtige Ausblicke. Der Vulkan Agua ragt hinter Antiguas malerischer Kulisse empor und schafft eine beeindruckende Szenerie.
Backpacker kommen, neben der Gemütlichkeit dieser Kleinstadt, vor allem wegen dieser Vulkane nach Antigua. Die Stadt ist Start- und Endpunkt für Tagesausflüge oder zweitägige Touren zu den Vulkanen. Den Vulkan Acatenango darf man besteigen – Vulkan Fuego ist noch immer aktiv und spuckt regelmäßig Lava.

Was hat Antigua in Guatemala zu bieten? – Eine Übersicht

Nehmt euch auf jeden Fall ein paar Tage Zeit, um Antigua zu erkunden. Durch die Nähe an Guatemala City bietet es sich bestens an, keine Zeit in der weniger schönen Hauptstadt Guatemalas zu verschwenden und direkt nach Antigua weiter zu ziehen.

  • Besucht den Mercado de Artesanias in Antigua und stattet euch mit schönen Mitbringseln für Zuhause aus. Hier findet ihr jede Menge von T-Shirts, über Schmuck bis hin zu Lederwaren und Geschirr. Natürlich sollte man sich auch hier nicht über den Tisch ziehen lassen.
  • Second Hand Markt in Antigua, unweit vom Mercado de Artesanias – Wer noch nicht im Besitz genügend warmer Kleidung für den Aufstieg des Vulkan Acatenango’s ist, kann sich hier für sehr wenig Geld mit warmer Kleidung ausstatten.
  • Street Food bei der Iglesia La Merced
  • Ausflug zum Cerro de la Cruz – ein Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Ausblick über Antigua bietet.
  • Vulkan Pacaya: Der Vulkan Pacaya soll im Vergleich zum Aufstieg auf den Vulkan Acatenango ein Kinderspiel sein. Für einen Ausflug zum Pacaya bietet sich auch bestens eine Tagestour an.
  • Homestay inkl. Spanisch-Kurs: Viele Familien in Antigua profitieren von dem Touristenstrom, der seit den letzten Jahren immer mehr zunimmt. Reisende haben die Möglichkeit, mit den Einheimischen zu wohnen, während sie einen ein- bis zweiwöchigen Sprachkurs absolvieren.
  • Natürlich der Aufstieg zum Vulkan Acatenango inkl. einmaliger Übernachtung auf 3600 m Höhe.
  • Durch die gepflasterten Straßen Antiguas schlendern und es den Guatemalteken gleich tun – am Plaza Mayor entspannen.

Wart auch ihr schon in Antigua und habt andere spannende Erfahrungen gemacht? Dann lasst es uns wissen!


Noch nicht genug von Guatemala? Hier findet ihr weitere Berichte über unsere Zeit in Guatemala:


Vulkan Santa Maria Guatemala – ein Geheimtipp

Vulkan Santa Maria in Guatemala

Unser erster Stopp in Guatemala – Quetzaltenango – umgangssprachlich und unter Einheimischen auch „Xela“ genannt – führte uns zum Vulkan Santa Maria und machte uns seit dem ersten Tag zu großen Guatemala Fans.


Angekommen in Guatemala – Erster Stopp: Vulkan Santa Maria bei Xela

Nach einer etwa 18-stündigen Fahrt von Oaxaca in Mexiko mit actionreicher Grenzüberquerung kamen wir geschafft in Guatemala an. Zum ersten Mal saßen wir in einem Chicken Bus voller Guatemalteken und konnten die hügelige Landschaft mit den vielen Bergen und dem satten Grün Guatemalas bestaunen.

Als ersten Stopp haben wir uns für das „Städtchen“ Xela entschieden, nachdem uns von anderen Backpackern in Mexiko empfohlen wurde, den Vulkan Santa Maria zu besteigen. Bei meinen Recherchen über Guatemala bin ich nie auf diesen Vulkan gestoßen. Meistens wird der Acatenango bei Antigua als „der Vulkan“ in Guatemala angepriesen. Aber auch der Vulkan Santa Maria hat so einiges zu bieten. Er ist zwar kleiner als Acatenango aber bietet nicht weniger mächtige Ausblicke.

Unsere Tour buchen wir am Vortag im Black Cat Hostel in Xela.

Vulkan Santa Maria in Guatemala – Der Aufstieg

Ausblick vom Vulkan Santa Maria über das umliegende Land

Um 4 Uhr morgens klingelt der Wecker. Wir werden von unserem Guide Felix abgeholt und fahren zum Startpunkt unserer Exkursion. Heute sind wir seine einzigen „Kunden“ – und können den Vulkan so in unserem eigenen Tempo besteigen. Wir laufen im Dunkeln mit unseren Taschenlampen los, schnell beginnt die Morgendämmerung und es eröffnen sich bereits zu Beginn schöne Ausblicke. Der Nebel liegt noch in der Luft und feine Wolken hängen sich über die umliegenden Berge. Auf unserem Weg nach oben überholen uns immer wieder Einheimische jeden Alters mit schwerem Gepäck auf dem Rücken, die regelmäßig den langen Weg auf die Spitze des Vulkans auf sich nehmen. Sie tragen große Mengen an Blumen nach oben, um sie als Gaben am Gipfel abzulegen und dort ihre Gebete auszurufen.

Die Spitze des Vulkans Santa Maria besteht aus Steinen und Geröll. Die benachbarten Berge erstrahlen in den unterschiedlichsten Blautönen und der Blick reicht in endlose Weiten über das Land. Auf der anderen Seite stößt der benachbarte kleine Vulkan immer wieder riesige Aschewolken in die Luft. Wir treffen auf dem Gipfel eine weit über 80-jährige Guatemaltekin an, die, laut unserem Guide Felix, wöchentlich den etwa 3700 m hohen Vulkan Santa Maria erklimmt.

Vulkan Santa Maria in Guatemala: Eruption des benachbarten Vulkans Santiaguito

Vulkan Santa Maria in Guatemala – Der Abstieg

Weil der nächtliche Frost auf den Wegen zwischenzeitlich geschmolzen war, stellte sich der Abstieg beschwerlicher als der Aufstieg und als sehr rutschige Angelegenheit dar.

Gegen Mittag kommen wir wieder in unserem Hostel an und ruhen uns den restlichen Tag aus. Unser erster Ausflug in Guatemala stellte sich als Volltreffer heraus und war somit Startschuss einer großen Begeisterung für dieses Land. Und es sollten noch viele weitere schöne Eindrücke folgen.

Wie komme ich zum Vulkan Santa Maria?

Viele Abenteuerlustige besteigen den Vulkan Santa Maria auch auf eigene Faust. Der Weg nach oben ist kaum zu übersehen und der Sonnenaufgang und die Stimmung auf dem Vulkan in den frühen Morgenstunden seien wohl unvergesslich. Wir haben uns für die geführte Variante entschieden, die jedoch sicherlich eine nicht weniger schöne Erfahrung war. Unser Guide Felix, ein junger Guatemalteke, hatte an jenem Tage nur uns als Reisegruppe. So konnten wir uns ungestört in unserem alltagstauglichen Spanisch mit ihm unterhalten. Für welche Möglichkeit ihr auch entscheiden solltet, die Anfahrt zum Vulkan Santa Maria ist ganz einfach:

  • Falls ihr euch für eine geführte Tour entscheidet, solltet ihr euch am Besten in eurem Hostel erkunden. (Die meisten Hostels in Mittelamerika sind super gut organisiert und unglaublich hilfsbereit. Das waren Erkenntnisse, die wir immer wieder während der Reise festgestellt hatten und die das Bereisen der mittelamerikanischen Länder wirklich erleichterten.) Somit haben wir im Black Cat Hostel in Xela eine Tour für den folgenden Tag gebucht. Telefonisch hat sich die nette Rezeptionistin mit dem Veranstalter ausgetauscht. Am folgenden Tag wurden wir um 4 Uhr morgens direkt am Hostel mit einem Collectivo abgeholt und der Trek auf den Vulkan Santa Maria konnte beginnen!
  • Mit dem öffentlichen Bus: Ab etwa 06:30 Uhr fahren auch die Busse von Xela in Richtung Vulkan Santa Maria. Nach einer halbstündigen Fahrt sollte man dann am Fuße des Vulkans und je nach Tempo um etwa 10:30 Uhr am Gipfel angekommen sein.

Je früher man auf dem Gipfel ankommt, umso größer ist die Chance, eine wolkenlose Aussicht auf den benachbarten Vulkan Santiaguito und das wunderschöne Umland zu genießen. Früh aufstehen lohnt sich deshalb doch immer wieder.



3976 Meter über dem Meeresspiegel: Vulkan Acatenango in Guatemala

Und so gingen wir los zu dem am nachhaltig beeindruckendsten Erlebnis unserer Reise. Guatemala ist bekannt für seine vielfältige Natur: Seen, Vulkane und grüne Landschaft, soweit das Auge reicht. Täglich gibt es geführte Touren auf den Vulkan Acatenango, die ganz einfach an jeder Ecke in Antigua zu buchen sind.


Vulkan Acatenango: Der Aufstieg

Um 11 Uhr werden wir in unserem Hostel in Antigua abgeholt, mit unseren Backpacks auf dem Rücken, um genügend Platz für Wasserflaschen, Essen, warme Kleidung & unser Zelt zu haben. Denn wir werden eine Nacht auf dem Vulkan verbringen, ehe wir in den frühen Morgenstunden die letzten Höhenmeter zum Gipfel bezwingen werden. Auf dem Weg nach oben durchquert man vier verschiedene Ökosysteme, die Vegetation ändert sich von Zeit zu Zeit. Die Höhenmeter, das Gepäck und die nach und nach sinkenden Temperaturen machen den Aufstieg sehr beschwerlich. Nach etwa 6 h erreichen wir unser „Base Camp“ für die Nacht. Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns auf etwa 3600 m Höhe. Hier schlagen wir unsere Zelte auf und kommen zur Ruhe. Der Ausblick ist schon hier unglaublich. Wir befinden uns über den Wolken & haben einen perfekten Blick auf den benachbarten Vulkan Fuego. Es wird schnell dunkel und die Temperaturen sinken stark ab. Unsere Führer machen ein Lagerfeuer, wir essen unser Proviant, trinken noch ein paar Schlücke Rum und sitzen beisammen, ehe die meisten um 20 Uhr schlafen gehen. Um 4 Uhr wird wieder der Wecker klingeln.

Das Base Camp auf dem Vulkan Acatenango

Vulkan Acatenango: Die letzten Höhenmeter bis ans Ziel – Der Gipfel

Nach einer fast schlaflosen, kalten Nacht auf dem Vulkan Acatenango geht der Aufstieg um 04.30 Uhr weiter Richtung Gipfel. Noch ist es stockduster. Wir laufen los, der Boden wird von Meter zu Meter immer mehr zu Vulkanasche, was den Weg beschwerlicher macht, weil man immer wieder zurück rutscht. Wer besonderes Glück hat, kann eruptierende Lava des benachbarten Vulkans Fuego aus nächster Nähe betrachten. So auch wir.

Kurz vor dem Gipfel ist noch ein letzter steiler Anstieg zu bewältigen, bevor wir um etwa 06 Uhr oben ankommen. Jetzt befinden wir uns auf knapp 4000 m Höhe. Es ist kalt und windig. Auf dem Gipfel werden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Wir setzen uns hin und beobachten die Sonne langsam aufgehen. So wird unsere Umgebung nach und nach ins warme Licht der ersten Sonnenstrahlen gehüllt. Der Vulkan Fuego eruptiert immer wieder und stößt Aschewolken aus. Auf der einen Seite blickt man auf die zwei benachbarten Vulkane, auf der anderen Seite schwindet der Blick in unendlich blaue Weiten.

Vulkan Acatenango in Guatemala - Aussicht auf Vulkan Fuego

Aussicht vom Vulkan Acatenango in Guatemala

Vulkan Acatenango – Der Abstieg

Bergab machen sich die Strapazen des Aufstiegs bemerkbar. Der Boden ist teils rutschig und die Muskeln geben immer öfter nach. So kommen wir nach über einem Tag wieder in unserem Hostel in Antigua an. Müde, voller Vulkanasche und mit bleibenden Erinnerungen im Gepäck.

Der Abstieg vom Vulkan Acatenango

Wo buche ich eine Tour zum Vulkan Acatenango?

Touren zum Vulkan Acatenango werden tatsächlich an jeder Ecke in Antigua angeboten und unterscheiden sich preislich nur ein wenig. Wir haben unsere Tour direkt in unserem Hostel in Antigua gebucht. Dort werden wir am folgenden Tag mit einem Pick-Up abgeholt. Die Tour kostet uns 250 GTQ, was in etwa 28 EUR entspricht und den Guide, die Camping-Ausrüstung, ein kleines Lunch-Paket und einen einzigartigen Schlafplatz auf 3600 m Höhe beinhaltet.

Welche Ausrüstung benötige ich für den Aufstieg des Vulkans Acatenango?

Der 2-Tages Trekk auf den Vulkan Acatenango startet etwa auf 2300 m.ü.M.. Auf dem Weg zum Gipfel durchquert man vier verschiedene Ökosysteme und die Temperaturen ändern sich von Zeit zu Zeit. Spätestens am Base Camp sollten schleunigst warme Kleider angezogen werden – der Wind kann einem hier ganz schön um die Ohren blasen und die Temperaturen auf 3600 m sinken mit der Sonne auf wenige Grad Celsius ab. Vor allem Nachts ist einem also gut geholfen, einen warmen Schlafsack und genügend warmes Equipment dabei zu haben. Hier einen Überblick über die perfekte Ausrüstung für einen Aufstieg und eine Nacht auf Vulkan Acatenango:

  • Zelt (sollte vom Veranstalter gestellt werden)
  • Backpack für warme Kleidung, Wasser, Essen, etc.
  • Schlafsack
  • Am Startpunkt einen Wanderstock für etwa 5Q ausleihen – der erleichtert den Aufstieg ungemein.
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Dicke Pullis, eine wetterfeste Jacke, Schal (Falls nicht vorhanden: Zwiebel-Look)
  • Stirntaschenlampe (für nächtliche Toilettengänge und den morgendlichen Aufstieg)
  • Kleiner Kulturbeutel für das Nötigste
  • (Wander-) Schuhe
  • Ggf. ein kleiner Light-Rucksack für den letzten Aufstieg am Morgen – somit kann der Backpack vorerst im Zelt gelassen werden
  • Natürlich eine Kamera/GoPro, um dieses einmalige Erlebnis festzuhalten
  • Wasser – und zwar mehr als genügend!

Tipp: Mit günstiger Kleidung kann man sich ganz leicht auf dem Second Hand Markt in Antigua ausstatten!

Das Lunch-Paket, dass wir von unseren Tour Guides erhalten, beinhaltet nicht allzu viel. Wer also auf Nummer sicher gehen will und nicht mit knurrendem Magen die Spitze des Vulkans erreichen will, sollte sich davor noch selbst mit Riegeln oder weiterem Essen eindecken.

Ein wichtiger Tipp für Vegetarier/Veganer: Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr auf Nachfrage ein vegetarisches Lunch-Paket – Erkundigt euch vorab am Besten beim Veranstalter und kündigt es an. Unser Lunch-Paket beinhaltete ein Schinken-Käse Sandwich, eine Banane und eine Tütensuppe für den Abend, weshalb sich eine Veganerin unserer Gruppe den kompletten Tag nur von Bananen ernähren musste.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, den Vulkan Acatenango zu besteigen?

Aussicht vom Vulkan Acatenango in Guatemala

Wem eine Nacht auf ca. 3600 m Höhe nicht ganz Geheuer ist und wer kein kiloschweres Gepäck in Form von Isomatten und Zelten auf den Acatenango tragen möchte, kann ihn auch ohne eine Übernachtung am Base Camp besteigen. Diese Touren starten um Mitternacht und führen einen pünktlich zum Sonnenaufgang ebenfalls an die Spitze des Vulkans. Unbedingt notwendig ist hier allerdings eine Stirnlampe, weil der stundenlange Weg nach oben komplett im Dunkeln zurückgelegt wird.

Wer nur ungern auf einen einmaligen Schlafplatz am Base Camp, aber gerne auf das Schleppen seines Gepäckes verzichten will, kann auch ein Pferd zur Hilfe nehmen, welches die Tour Guides bis zu einem bestimmten Punkt begleitet.


Noch nicht genug von Guatemala? Hier findet ihr die weiteren Highlights unserer Guatemala Backpacking-Reise!