Der Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala – Nichts für schwache Nerven

Grenübergang von Mexiko nach Guatemal

Solltet auch ihr eine Backpacking Reise nach Mexiko und Guatemala planen, dürfte unsere Geschichte die ein oder andere Lehre sein – was – und vor allem was NICHT bei einem Grenzübergang in Mittelamerika zu tun ist.


Es ist Anfang Februar 2016. Nach genau vier Wochen in Mexiko beschließen wir uns weiterzuziehen und das nächste, das zweite Land unserer Reise in Angriff zu nehmen – Guatemala.
Die meisten Backpacker überqueren die Grenze von Mexiko im Osten des Landes und gehen von dort aus weiter nach Belize, ehe sie nach Guatemala reisen. Durch unsere Route bedingt, haben wir uns aber für den westlichsten Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala entschieden – Tapachula.

Grenzübergang Mexiko – Guatemala: In Tapachula angekommen

Ehe wir die Grenze zu Guatemala erreichen, erwartet uns noch eine etwa 12-stündige Busfahrt von Oaxaca. Und so kommen wir früh morgens am Busterminal in Tapachula, der Grenzstadt von Mexiko, an. Hier werden wir direkt von einem Taxifahrer abgefangen.

Der Taxifahrer bringt uns an die Grenze. Tatsächlich sehen wir hier wenige (oder besser gesagt gar keine?) anderen Reisenden. Wir sehen lediglich viele Mexikaner, wie sie an Hauswänden lehnend klischeehaft wie im Western in der öden und trockenen Umgebung dieses mexikanischen Grenzübergangs stehen und warten, bis etwas passiert.

Der Taxifahrer lässt uns an dieser Stelle aussteigen. Unmittelbar darauf werden wir von etwa sechs mexikanischen Männern umzingelt, die sich fast darum reißen, unsere Backpacks aus dem Kofferraum des Taxis zu nehmen. Und dann ging alles ganz schnell:
Wir marschierten den jungen Männern, die im Besitz unserer Backpacks waren, hinterher, noch nicht ahnend, in welch Odysee wir uns hier begeben haben.

Anmerkung: Dieser Grenzübergang von Mexiko nach Guatemala war unser erster Grenzübergang in Mittelamerika. An dieser schlechten Erfahrung sind wir natürlich mitunter selbst schuld: Übermüdet, überfordert und keine Erfahrung, wie sich Grenzübergänge in Mittelamerika abspielen. 

Der Grenzübergang Mexiko – Guatemala: Dreistigkeit siegt

Wir haben keine Chance, unsere Rucksäcke zurückzuerhalten. Dafür sind uns die Männer immer einige Schritte voraus. Sie leisten uns nicht angefragten Service, bringen uns zu den (schlecht ausgeschilderten) Schalter für die Ausreise aus Mexiko und schließlich zum Schalter für die Einreise nach Guatemala.
Zwischen dem Ausreise- und Einreiseschalter lagen ein paar hundert Meter, in denen uns sogar unsere Reisepässe enthändigt wurden. Beim Einreiseschalter angekommen, reißen wir ihnen unsere Reisepässe ärgerlich aus der Hand.

Der Grenzübergang Mexiko – Guatemala: Auf der guatemaltekischen Seite angekommen

Endlich haben wir die Einreise nach Guatemala geschafft. Nun stehen wir da, allerdings ohne Rucksäcke. Einer der Männer hat uns dann zu einem Parkplatz geführt, bei dem die Männer mit den Rucksäcken auf uns an einem Taxi warteten. Sie wollten Geld für ihre ‚Hilfe‘ und würden uns nicht weiterfahren lassen, ehe wir ihnen das Geld geben. Zwei für das Tragen der Rucksäcke, einer für das Führen zu den Schaltern und der, der unsere Reisepässe zwischenzeitlich hatte, auch dafür. Ich murmelte ein paar böse Worte in meinem A1 Spanisch. Ein Mexikaner weiste mich zurecht, indem er mir nur „Tranquilo, tranquilo“ entgegnete. Letztlich hatten wir keine andere Wahl, diesen Männern das geforderte Geld zu geben, um den Grenzübergang zwischen Mexiko und Guatemala verlassen zu können.

Und so kamen wir, jeder mit etwa 45€ und ein paar Nerven weniger in der Tasche und insgesamt über 18 h Fahrt, in unserem ersten Stopp in Guatemala an – Xela.

Die Moral von der Geschicht‘:

  • Gib deine Sachen nie aus der Hand – bzw. fordere sie sofort und verbissen zurück, sobald sie jemand zu sich nehmen sollte.
  • Sag NEIN, wenn dir jemand ungefragt Hilfe anbietet und bleibe beharrlich.
  • Und solltest auch du mal in diese (oder eine ähnliche Situation kommen): Zahle das Geld –  diskutieren bringt nichts und danach lassen sie dich weiterziehen. Eine Auseinandersetzung mit mexikanischen Chicos sollte sicherlich lieber vermieden werden.

Anmerkung II: Nein, nicht alle Grenzübergänge in Mittelamerika sind von diesem Kaliber. Tatsächlich hatten wir nur bei dieser Grenze nach Guatemala Probleme. Andere Grenzen wiederum waren super strukturiert und organisiert mit Polizei/Sicherheitskräften vor Ort. 

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